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Rocco Siffredi - Italiens Hengst

von Walter De G.
Donnerstag, 22. März 2007
... "Ich konnte unmöglich Lokführer werden..."

Rocco, der Lokführer...Apropos praktizieren, du stehst im Ruf, zu harten, extremen Sex zu praktizieren. Man hörte, dass Frauen vorübergehend arbeitsunfähig werden, weil Sie mit dir gedreht haben?  "Das Problem sind nicht die Sexpraktiken. Es wird immer mehr und billiger produziert. Hausfrauenfick, die geile Nachbarin, der ganze Amateurbereich, die Folgen für uns Profis sind verheerend. Seit ein paar Jahren muss ich immer doppelt so viele Mädchen zum Casting aufbieten, als für den Film nötig sind. Viele Mädchen kommen schon arbeitsunfähig zum Set, weil ihnen noch alles weh tut. Ich bin mit Herz dabei, im Gegensatz zu andern, die mechanisch ficken. Seit 20 Jahren mache ich diesen Job, ebenso lang versucht man, mich fertig zu machen. Zuerst mit dem Vorwurf, ich sei zu extrem. Dann wurde behauptet, ich hätte Aids. Obwohl ich immer wieder Tests vorgewiesen habe, hielt sich das Gerücht hartnäckig. Schliesslich hat man versucht, mir eine Minderjährige mit gefälschtem Pass aufs Set zu schicken. Wenn etwas extrem ist in unserer Branche, dann der Neid der Kollegen."

Die Frage muss kommen, Rocco, du bist so lange dabei, wie haben eigentlich deine Eltern auf deine Berufwahl reagiert?  "Sex war das, was mir am meisten Spass gemacht hat. Mein Vater ist über 80 Jahre alt, er hat Parkinson. Um zehn Meter zurückzulegen, braucht er eine halbe Stunde. Zeigst du ihm eine nackte Frau, legt er die Strecke in zwei Sekunden zurück. Er beklagt sich, dass er nur noch zweimal Sex hat die Woche. Mein Grossvater zeugte 27 Kinder mit zwei Frauen. Ich konnte unmöglich Lokführer werden. Meine katholische Mutter hätte mich gerne als Priester gesehen. Im Nachhinein kann sie aber froh sein, bin ich es nicht geworden. Was in letzter Zeit mit Knaben und Minderjährigen an die Öffentlichkeit gelangte, da ist im Porno mitmachen doch ehrlicher. Jede Mutter will, dass ihre Kinder glücklich sind. Ich bin mit siebzehn von zu Hause weg, habe bei meinem Bruder in Paris in einer Pizzeria gearbeitet. Vier Jahre später habe ich meinen ersten Porno gedreht. Seit ich das erste Mal masturbierte, wollte ich ein Pornostar werden. Ich schaute mir die Sexhefte an, die die Lastwagenfahrer aus dem Fenster geschmissen oder auf einer Toilette liegen gelassen hatten. Ich dachte, ständig ficken und erst noch bezahlt werden dafür, das ist das Paradies."

Mittlerweile arbeitest du nur noch als Produzent und Regisseur. Was macht für dich einen guten Darsteller aus?  "Bei einem Casting zum Beispiel geht es nicht nur darum, wer am besten bläst. Es ist eine Frage des Feelings. Im Vergleich zu früher bin ich vielleicht etwas ungeduldiger geworden. Wenn eine Sexbombe sich vorstellt und sagt, Blasen, Schlucken, Anal, Doppelpenetration, Pissing, dann winke ich gleich ab. Sie würde zwar alles machen, aber so mechanisch, wie sie ihr Programm runterleiert. Ein guter Pornostar hat in erster Linie viel Fantasie und dann, wenn möglich, einen attraktiven Körper. Bei den Männern kann man wahre Profis an einer Hand abzählen, wenn ich daran denke, dass "geübte" Darsteller selbst mit Viagra noch Probleme haben. Es sind fünf, sechs auf der ganzen Welt. Der wahre Profi in unserem Business ist der, der auf dem Set seine persönlichen Präferenzen vergisst und sich auf jeden Typ Frau einlässt. Eine Superfrau kann jeder ficken, eine potthässliche nur ein richtiger Profi. Wichtig ist auch, dass man alle Arten von Stress verdrängen kann, «u' cazzo nun vole pensieri», sagt man in Napoli, der Schwanz kann keine Probleme gebrauchen. Die Bescheidenheit ist eine weitere Qualität des Profis. Wer sich auf dem Set als Superrammler gebärdet, macht meistens als Erster schlapp. Entscheidend aber ist, dass man mit der Frau ein Feeling aufbauen kann."

 
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