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Sex im botanischen Garten

von Hans-Jürgen O.
Dienstag, 12. Dezember 2006
... Weich und voll waren ihre Lippen

Weich und voll waren ihre Lippen

Da entwand sich die Frau auf der Wiese ihrem Geliebten und setzte sich auf. Ihre dunklen Haare umspielten ihre zarten Schultern. Ihre jugendlichen Brüste, an deren festen Spitzen sie eben noch die Hitze seiner Haut, die wilden Schläge seines Herzens gespürt hatte, hoben und senkten sich noch im tiefen Atem ihrer hingegebenen Lust. Der leicht gerundete Bogen ihres Bauches wies auf die tiefe feuchte Wärme zwischen ihren leicht geöffneten schlanken Schenkeln. Blaugrün strahlten ihre Augen im Sonnenlicht. Weich und voll waren ihre Lippen, ihr roter Mund atmete noch seine Küsse.

Da sprach sie die Spaziergänger an: "Ach, wissen Sie, das macht er immer so, darin ist er einfach unverbesserlich. Es ist ihm überhaupt nicht peinlich. Vielleicht hat er ja gerne Publikum bei seinen Spielen der Liebe. Mir selbst, das dürfen sie mir glauben, ist das ja nicht so recht. Aber was will ich machen, so ist er nun einmal. Wir wollten Sie keinesfalls irritieren oder gar belästigen. Entschuldigen Sie bitte! Vielmals!" "Sie sollten auch wissen," entgegnete er, ebenfalls mit Blick auf die Promenade, "dass auch sie das immer so macht. Vielleicht hat sie gerne Publikum. Vielleicht regt sie die Lust zum Reden an. Jedenfalls liebt sie die Spannung des Außergewöhnlichen und schämt sich gleichzeitig ein wenig dafür - wie ein kleines Mädchen. Entschuldigen Sie bitte!" Dann sah er ihr lange in die Augen. Rund um ihre weiten dunklen Pupillen hatten sie in der Mitte des leuchtenden Blaugrüns eine zweite Iris in der Form eines Sterns. Da tanzte um sie beide her das Begehren seinen heißen, schmiegsamen Tanz. "Ich sehe die Sterne" sagte er leise zu ihr, dann versanken sie wieder in einem tiefen, tiefen, tiefen, langen, langen, langen Kuss. Als die Schatten länger wurden, kamen immer weniger Spaziergänger. Doch auch der Beschließer des Gartens bemerkte nichts von den Unendlichkeiten der Liebe und Lust des Paares im Halbdunkel am Ufer des Sees...

© Hans-Jürgen Ott

 
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