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Sex nach der Geburt

von Bernd L.
Montag, 18. Dezember 2006

Sex nach der Geburt

Schwangerschaft, Geburt und Sex - zu diesem Thema haben Wissenschaftler der Klinik für Geburtsmedizin der Charité in Berlin eine Umfrage bei über 1000 jungen Berliner Müttern gemacht.

BabyglückDas Ergebnis: Die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr nimmt nach Eintritt der Schwangerschaft von 2,4 Mal pro Woche auf 1,5 Mal pro Woche ab, teilt die Charité mit. Direkt nach der Geburt gibt es kaum sexuelle Aktivität. Erst nach einem halben Jahr steigt die Frequenz wieder auf 1,5 Mal pro Woche. Bemerkenswert sei, daß etwa die Hälfte der jungen Mütter schon innerhalb der ersten zwei Monate nach der Geburt wieder Sex hatten, so der Studienleiter Privatdozent Kai J. Bühling. Das solle in der Verhütungsberatung beachtet werden.

Theoretisch ist Geschlechtsverkehr möglich, sobald der Wochenfluss versiegt ist, also nach etwa sechs Wochen. Ärzte empfehlen, während des Wochenflusses wegen der Infektionsgefahr auf Geschlechtsverkehr zu verzichten oder auf jeden Fall ein Kondom zu benutzen. Bei vielen Paaren dauert es jedoch Monate, bis sie wieder miteinander schlafen. Oft findet zwar nach etwa sechs bis acht Wochen ein erster Versuch statt, der aber meistens so gründlich schief geht, dass zunächst einmal wieder für ein paar Wochen Schluss ist.

Die meisten Paare sind sich darin einig, dass das erste sexuelle Beisammensein nach der Geburt ein "erstes Mal" ist. Und wenn Sie sich an Ihr allererstes Mal zurück erinnern, werden Sie zugeben müssen, dass das vermutlich auch nicht ganz so toll war. Ein Paar drückte es so aus: "Man hat ganz ausgeprägt dieses Gefühl: 'Es ist das erste Mal'. Man ist ein bisschen unsicher, ein bisschen schüchtern, und es fühlt sich anders an". Doch keine Angst, das Wiedererkennen setzt schnell ein!

  • Vor allem die Frauen sind in Bezug auf das erste sexuelle Beisammensein nach der Geburt sehr unsicher. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Durch die Geburt sind die Geschlechtsorgane emotional mit Schmerz besetzt.

  • Die Frauen haben Angst vor Schmerz, falls zum Beispiel die Dammschnittnaht noch nicht vollständig abgeheilt ist.

  • Keine Frau sieht nach der Geburt sofort wieder aus wie zuvor. Eventuell hat sie Schwangerschaftsstreifen, der Bauch ist noch nicht vollständig zurück gebildet etc

  • Die meisten Frauen sind erschöpft, weil sie schließlich einen Säugling versorgen müssen - den es nicht interessiert, ob seine Mutter genug Schlaf bekommt oder nicht.

  • Das Baby beansprucht manche Frauen emotional völlig. Sie haben einfach keine Lust auf Sex.

Die meisten Männer hingegen sind enttäuscht, wenn es nach der Geburt mehrere Monate dauert, bis sexuell wieder etwas läuft. Hebamme Lilo Edelmann kennt dieses Problem: "Ich habe in meiner Praxis immer wieder erlebt, dass Männer ihre Frauen kurz nach der Geburt bedrängen. Viele junge Mütter brauchen jedoch eine Phase der Ruhe, in der sie sich an ihren veränderten Körper gewöhnen möchten. Darüber hinaus haben Frauen häufig Angst vor Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Die Geburtswege sind noch gereizt, die Dammnaht noch nicht verheilt". Andererseits gibt es auch Männer, die nach der Geburt selbst nicht gleich wieder zu Sex bereit sind. Viele Männer kommen zum Beispiel schlecht damit klar, dass das Baby im Schlafzimmer ist, oder sie haben Angst, ihrer Frau weh zu tun.

 
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