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Sexsucht - Der Don Juan-Komplex

von Bernd L.
Montag, 18. Dezember 2006

Sexsucht - Der Don Juan-Komplex

Nymphomanie wird im Alltagsverständnis mit ungezügelter sexueller Begierde gleichgesetzt. Frauen mit exzessivem Sexualtrieb werden daher als Nymphomaninnen bezeichnet.

Frauen, auf welche die Definition der Nymphomanie zutrifft, sind ständig auf der Suche nach sexueller Befriedigung. Gleichzeitig sind sie aber meist nicht in der Lage, einen Höhepunkt zu erleben. Sie können häufig keine innere Bindung zu dem jeweiligen Partner aufbauen. Sie stehen unter dem Zwang, immer neue Männer suchen zu müssen, getrieben von der Hoffnung nach sexueller Erfüllung.

Die "echte" Nymphomanie ist sehr selten. Oft werden Mädchen oder Frauen, die ihre Sexualität offen ausleben, ihre Wünsche nicht verbergen und bei der Partnerwahl die Initiative ergreifen, unkorrekt als nymphoman, liebestoll bzw. verrückt nach Männern bezeichnet.

Sexsüchtig oder ausgeprägte Libido?Bei Männern spricht man in diesem Zusammenhang von einem Don-Juan-Komplex oder Satyriasis. Der Wortteil -manie weist allerdings darauf hin, dass die Betroffenen einem zwanghaften Verhalten unterworfen sind. Wobei Manie medizinisch als eine schwere Form der Psychose definiert wird. Die wenigen zugänglichen Zahlen lassen auf folgende Verteilung bei den Betroffenen schließen: 70 bis 80 Prozent Männer bzw. 20 bis 30 Prozent Frauen. Als prominentes Beispiel für einen sexsüchtigen Mann wird häufig Michael Douglas genannt, der erfolgreich eine Therapie hinter sich gebracht hat.

Wie häufig ist "Nymphomanie"?

So wurde im 19. Jahrhundert jede Frau, die außerehelichen Geschlechtsverkehr hatte oder masturbierte, der Nymphomanie bezichtigt. Obwohl sich seit damals die Moralvorstellungen wesentlich verändert haben, werden auch heute noch Mädchen und Frauen, die sexuelle Erfahrungen machen möchten, mitunter als Nymphomaninnen, Schlampen und Huren bezeichnet oder mit anderen diskriminierenden Ausdrücken bedacht. Nach wie vor wird diesbezüglich mit zweierlei Maß gemessen, denn ein Mann, der Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht sammelt, trifft eher auf Anerkennung als auf Kritik. Mann hat Verständnis dafür, dass "Hörner abgestoßen" werden müssen. Nicht zuletzt auf Grund der missbräuchlichen Verwendung des Begriffs Nymphomanie, sollte dieser mit Vorurteilen besetzte Begriff tunlichst vermieden werden. Der "politisch korrekte" Ausdruck für dieses Krankheitsbild lautet "Sexsucht".

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